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Warum Du einen Redaktionsplan erstellen musst

Redaktionsplan? Brauchst Du sowas? Ich sage, ja!

Eigentlich klingt es nach nicht viel: Einen oder zwei Blogbeiträge pro Woche zu schreiben, zu jeweils 500 bis 1000 Wörtern, das sollte doch auch neben dem Tagesgeschäft zu machen sein. Beginnst Du mit dem Bloggen, so ist das meist auch kein Problem. Du bist hoch motiviert, Du hast eine ganze Reihe von Ideen im Kopf, worüber Du schreiben willst und meistens hast Du Dir auch schon überlegt, wann Du schreiben willst.

Doch dann kommt Dein Alltag ins Spiel.

  • Plötzlich hast Du mehr Aufträge, als Du erwartet hast (wie schön).
  • Oder Dein Kind wird krank (nicht schön).
  • Deine Freunde ziehen um und bitten Dich um Hilfe (da kann man nicht »nein« sagen)

Jedenfalls stellst Du auf einmal fest, dass Deine Ideen immer blasser werden. Findest Du endlich einmal Zeit, Dich an den Computer zu setzen, um zu schreiben, ist Dein Kopf leer.

Leise Panik macht sich breit.

Ohne Redaktionsplan keine Regelmäßigkeit

Doch die Panik musst Du gar nicht erst aufkommen lassen. Die Lösung heißt: Redaktionsplan.

Denn Du bloggst ja nicht einfach nur just for fun, sondern Du willst damit Besucher auf Deine Website ziehen, um Kompetenz zu beweisen und letztendlich Kunden zu überzeugen, Dich zu beauftragen oder bei Dir ein Produkt zu kaufen. Jede Zeitschrift, jedes Online-Magazin, das etwas auf sich hält, hat einen Redaktionsplan. Also auch Du.

Mit einem Redaktionsplan sorgst Du dafür, alle Kanäle, die Du für Dein Marketing einsetzt, auch gleichmäßig zu bedienen. Er hilft Dir bei der rechtzeitigen Vorbereitung Deiner Recherche und macht Dir das Leben leichter, denn mit ihm weißt Du jederzeit, was Du als nächstes schreiben willst. Das ist schon die halbe Miete beim Bloggen.

Wie sieht so ein Redaktionsplan eigentlich aus?

Redaktionspläne sind so vielfältig wie die Menschen, die sie benutzen. Die einen fühlen sich mit einem Plan in Kalenderform am wohlsten. Das kann sogar einfach nur ein großer Wandkalender sein, in den mit farbigen Stiften alles Wichtige eingetragen wird. Andere bevorzugen Pläne in Listenform. Auch hier gibt es alle Varianten, vom Notizbuch über die klassische Excel-Tabelle bis zum spezialisierten Online-Tool.

Auf die verschiedenen Möglichkeiten, einen Redaktionsplan zu führen, gehe ich in den kommenden Beiträgen genauer ein. Ich stelle Dir darin verschiedene Möglichkeiten vor, wie Du Deinen Redaktionsplan in einer für Dich optimalen Weise führen kannst. Probiere dann die Möglichkeiten aus und nimm, womit Du Dich am wohlsten fühlst, denn Du sollst Deinen Redaktionsplan natürlich auch regelmäßig nutzen. Seine Erstellung ist kein Selbstzweck.

Redaktionelle Themen über den Jahreslauf vorplanen

Auch wenn Du Deinen Redaktionsplan nicht in Kalenderform führst, solltest Du Dir zur Erstellung auf jeden Fall einen Kalender hinzu nehmen. Da trägst Du dann alles ein, was für Dein Unternehmen relevant ist:

Das können Feiertage, Sportevents, Geburts- oder Jahrestage, Messetermine, kuriose Feiertage, Interne Veranstaltungen (zum Beispiel ein Tag der offenen Tür) aber auch Dein eigener Urlaub sein. Denn für diese Zeit darfst Du Deinen Blog nicht verwaisen lassen. Du kannst entweder Beiträge vorbereiten und automatisiert posten oder Du richtest Deinen Gastbloggern Accounts ein, so dass diese in Deiner Abwesenheit ihre Beiträge selbstständig bei Dir posten können. Dazu gehört natürlich eine gehörige Portion Vertrauen in Deine Gastblogger, das solltest Du besser vorher mit ihnen einmal testen. Hast Du noch keine Kontakte, planst Du einfach Deine eigenen Beiträge vor und stellst in WordPress das Veröffentlichungsdatum ein.

Außerdem kannst Du sogenannte »Dramaturgiezeiträume« einplanen. Deine Blogposts können zum Beispiel rechtzeitig einen Produktstart vorbereiten. Oder Du planst eine Themenreihe ein. Oder Du verteilst Deine Blogposts systematisch, so dass immer eine bestimmte Themen-Reihenfolge eingehalten wird. Das alles sorgt für Kontinuität und für Übersichtlichkeit für den Leser wie auch für Dich.

Was muss ich nun alles in den Redaktionsplan eintragen?

Es gibt natürlich kein Muss. Aber bestimmte Elemente haben sich bewährt. Picke Dir für den Anfang einfach das heraus, was Dir wichtig erscheint:

  • das geplante Datum Deines Blogbeitrags
  • eventuell den Verfasser, sofern Du nicht alleine bloggst
  • den Arbeitstitel (am Veröffentlichungstitel feilst Du später)
  • die Ziel-Persona Deines Blogposts (stelle Dir Deinen Leser und künftigen Kunden genau vor – zum Thema Persona werde ich ebenfalls noch bloggen)
  • das erforderliche Format Deines Beitrags (zum Beispiel Artikel, Blogpost, Interview, E-Book, Whitepaper)
  • die geplanten Keywords (ins Detail gehst Du dann bei der Texterstellung)
  • Deinen sogenannten »Call to Action«, also was Du mit dem Beitrag beabsichtigst (soll der Leser einen Newsletter abonnieren, etwas herunterladen, kommentieren, in den Social Media teilen oder etwas anderes machen?)
  • den Status Deines Beitrags (Idee, in Planung, in Vorbereitung, zur Freigabe, publiziert)

Das ist die Minimalform eines Redaktionsplans. Man kann diesen aber noch umfangreicher ausstatten und so zu einer Marketing-Steuerungszentrale machen.

Beispielsweise kannst Du auch Dein Brainstorming für Dein Marketing direkt in den Redaktionsplan integrieren. Du kannst dafür aber auch ein separates Programm oder Werkzeug einsetzen. Ich nutze beispielsweise sehr gerne Google Notizen für meine spontanen Ideen unterwegs. Google Notizen hat für mich den Vorteil, dass es sowohl auf dem PC als auch auf meinem Smartphone vorhanden ist und die Inhalte automatisch synchronisiert werden. Ich muss mir keine Gedanken machen, wie ich die Ideen strukturiere. Ich habe lediglich festgelegt, dass Ideen für mein Blog als orangefarbene Notiz dargestellt werden und die Schlagwörter »Idee« und »Zauber« erhalten. So finde ich sie schnell wieder und kann sie in meinen Redaktionsplan übertragen.

Komplexere Redaktionspläne können noch viele weitere Punkte enthalten, die aber oft nur für Agenturen oder große Unternehmen mit mehrköpfigen Redaktionsteams interessant sind. Für unsere Zwecke als kleines lokales Unternehmen wollen wir den Plan zwar so ausführlich wie nötig aber so schlank wie möglich halten – schließlich ist der Redaktionsplan kein Selbstzweck und Du hast ein Geschäft zu führen.

Woher kann ich mir Inspirationen für meine Themen holen?

»Worüber soll ich denn schreiben? Von mir gibt es doch gar nichts Spannendes!« – das habe ich schon oft gehört. Wenn ich dann einfach nur zusammenfasse, was mir diese Kundin im vorausgegangenen Gespräch alles erzählt hat, was sie macht, plant, tut, worüber sie nachdenkt, was sie beschäftigt, was sie lernen möchte, wie sie ihr Geschäft erweitern möchte, dann stellt sie oft erstaunt fest, dass sie sehr wohl sehr viel zu sagen und zu schreiben hat.

Sollten Dir dennoch einmal die Ideen ausbleiben, nutze doch einfach folgende Inspirationsquellen:

Aber aufgepasst: Inspirationen holen ist in Ordnung. Abschreiben oder per Copy and Paste zusammenschustern und ohne eigene Gedanken und Formulierungen eine Textcollage erstellen natürlich nicht!

Nach dem ersten Brainstorming und dem darauffolgenden Sichten Deiner Notizen solltest Du Dir folgende Fragen stellen:

  • Für welche Themen interessieren sich meine Leser besonders?
  • Gibt es spezielle Ereignisse, auf die ich mich beziehen kann?
  • Was liest meine Zielgruppe am liebsten? (Das weißt Du natürlich erst nach einer Weile, aber Du kannst Vermutungen anstellen)
  • Wie lang sollen meine Texte sein? (Beachte, dass das absolute Minimum 300 Wörter sind, schreibe lieber mehr! Optimal sind um die 1000 Wörter. Dieser Beitrag hat rund 1800 Wörter und ist damit schon recht lang)
  • Will ich nur ein Beitragsbild oder mehrere Bilder verwenden?
  • Wann erreiche ich meine Leser am besten, wann sind sie online?

Plane auch die Art Deiner Blogposts

Handelt es sich um Grundlagen-Artikel, so wie diese Reihe über das Thema »Bloggen für lokale Unternehmen«, einen sachlichen Fachartikel oder um einen persönlichen Erfahrungsbericht? Willst Du einfach eine Liste mit Tipps oder Links zusammenstellen? Bereitest Du ein Interview vor oder planst Du, Deinen Beitrag als Gastartikel bei einem anderen Blog zu positionieren? Alles dies kannst und solltest Du in Deinem Redaktionsplan berücksichtigen.

Welche Posting-Frequenz soll ich einplanen?

Wie ich eingangs schon geschrieben habe, die meisten machen den Fehler, mit zu häufigen Posts zu starten und damit Erwartungen bei ihren Lesern zu wecken, die sie schließlich dann doch nicht erfüllen können.

Denke immer daran: Bloggen ist Marathon, kein Sprint!

Sei also zunächst etwas zurückhaltend mit Deiner Planung und steigere Dich, wenn Du feststellst, dass Du noch Kapazitäten hast. Im Allgemeinen sagt man, dass es schon ein bis zwei Blogposts pro Woche sein sollten. Wenn Du das nicht schaffen kannst, plane einen Beitrag alle vierzehn Tage ein. Wenn Du merkst, dass Dir das Bloggen Erfolg bringt, wirst Du wahrscheinlich sogar automatisch mehr schreiben und häufiger veröffentlichen.

Ein Redaktionsplan hilft Dir auch bei der Erfolgskontrolle

Das Schöne am Bloggen ist, dass man sehr schnell Rückmeldung erhält, ob das, was man schreibt, bei den Lesern auch ankommt. Damit Du keine wertvolle Arbeitszeit verschwendest und Inhalte produzierst, die niemand liest, empfehle ich, regelmäßig den Erfolg Deines Blogs zu überprüfen. Auch dabei kann Dir Dein Redaktionsplan helfen, wenn Du ihn mit folgenden Informationen anreicherst:

  • Welche Blogartikel wurden häufig kommentiert, geteilt oder getwittert?
  • Welche Themen haben mehr Leser angezogen als andere?

Wie lange im Voraus soll ich meine Redaktionsplanung machen?

Einige empfehlen, nicht länger als ein bis drei Monate im Voraus zu planen, andere wollen gleich das ganze Jahr in den Griff kriegen. Ich empfehle Dir, wohl die Themen für ein ganzes Jahr zu brainstormen und vorzubereiten, doch die Feinplanung nur über einen überschaubaren Zeitraum für die nächsten sechs bis acht Wochen anzupassen. So weißt Du, dass Du auf jeden Fall genug Material hast, um ein ganzes Jahr zu bloggen, aber Du bist flexibel genug, um auf aktuelle Entwicklungen einzugehen und Deinen Schreibrhythmus anzupassen.

Zusammengefasst: Die Vorteile eines Redaktionsplans

Du siehst also, einen Redaktionsplan zu erstellen ist definitiv die Mühe wert. Du hast gleichzeitig einen Überblick über die kommenden Themen und mit der Zeit auch ein Archiv. Du kannst Deine klassischen Werbeaktivitäten und Deine Online-Werbung miteinander verknüpfen und den Erfolg der Maßnahmen bewerten.

Du sparst vor allen Dingen viel Zeit.

Denn es ist viel aufwändiger, sich jede Woche neu hinzusetzen und zu überlegen, worüber Du schreiben willst als einfach nur in Deinen Redaktionsplan zu schauen, das nächste Thema herauszupicken und mit dem Schreiben zu beginnen. Und wenn Du schon mal im Fluss bist, bereitest Du vielleicht auch gleich noch einige Artikel mehr vor und kannst Dir so für die Zukunft Freiräume verschaffen.

Vor allem aber sorgt der Redaktionsplan dafür, dass Du regelmäßig Deine Beiträge verfasst und Dein Blog nicht wie ein wunderhübscher neuer Garten beginnt und nach kurzer Zeit voller vertrockneter Blumen und kahler Stellen endet.

Update 17.02.2016: Gerade ist vom Affenblog und im Podcast „Affen on Air“ ein Beitrag zum Thema Redaktionsplan erschienen, der eine wundervolle Ergänzung zu meinen Ausführungen bietet. Lies und höre doch einfach mal rein!

Vorausgeschaut – die nächsten Themen in dieser Reihe

Weil ich natürlich auch einen Redaktionsplan führe, kann ich Dir jetzt schon sagen, worüber ich die nächsten Beiträge schreiben werde. 🙂

Ich werde Dir vorstellen, wie Du einen Redaktionsplan ganz simpel mit Excel führen kannst. In einem weiteren Beitrag erfährst Du, wie Du mit dem kostenfreien online Tool Trello einen etwas komplexeren Redaktionsplan pflegst. Ich stelle Dir den offline Redaktionsplan von Kreavida vor. Und schließlich werde ich Dir noch das Redaktionsplan-Werkzeug »de luxe«, nämlich Scompler, näher bringen.

Hat Dir der Beitrag gefallen? Was würdest Du noch gerne über Redaktionspläne wissen? Schreib es mir doch einfach als Kommentar!

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein lokales Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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