Cookies

Was sind Cookies und der Facebook-Pixel? – oder: Hilfe, ich werde verfolgt!

Verfolgt zu werden, ist so ziemlich das unheimlichste, was man sich vorstellen kann, oder? Die Frage ist, steckt da immer eine böse Absicht dahinter?

Nicht nur Du hast Dich wahrscheinlich schon verfolgt gefühlt, wenn Du Dir bei Amazon oder einem anderen Online-Händler ein Produkt angesehen hast und plötzlich dieses Produkt überall in der Werbung auftaucht – insbesondere auch auf Facebook.

Die Technik, mit der das umgesetzt wird, sind „Cookies“, von denen Du sicher auch schon mal gehört hast.

Was sind also diese Cookies?

Eigentlich sind Cookies Kekse.

Kekse?

Was haben Kekse jetzt mit dem Internet zu tun?

Nun, auch wenn man Ingenieuren und Technikern gern mal Fantasielosigkeit nachsagt (was überhaupt nicht zutrifft), sind sie im Benennen von technischen Elementen oft sehr kreativ. Die Cloud, also „Wolke“ als Synonym für das Internet ist auch so ein Beispiel.

Was also meint Cookies?

Die einen erklären den Begriff Cookies so, dass Kekse beim Essen gern eine Spur von Krümeln zurück lassen, und die Cookies aus dem Internet dasselbe tun – nämlich auf Deinem PC oder Smartphone.

Andere vergleichen Deinen PC oder Dein Smartphone mit einer Keksdose, in die die Webseiten Kekse hineinlegen oder herausnehmen.

Cookies sind letztlich nichts anderes als sehr kleine Textdateien, die von den von Dir besuchten Webseiten auf Deinem PC gespeichert werden.

Aha?

Und wozu werden Cookies gebraucht?

Cookies wurden schon sehr früh (nämlich 1994) von einem amerikanischen Programmierer namens Lou Montulli entwickelt. Denn Computer konnten sich nicht merken, welche Seiten ein Benutzer schon besucht hatte.

Das kann aber wichtig sein, nämlich dann, wenn zum Beispiel im Internet eingekauft werden soll. Würde es keine Cookies geben, wäre ein Bestellvorgang über das Internet schlichtweg unmöglich. Sobald die Seite, auf der ein Produkt angeklickt wird, um es zu bestellen, verlassen würde, würden der Computer und der Server das wieder „vergessen“. Will man aber mehr als ein Produkt kaufen, oder auf eine Seite wechseln, um dort die Lieferanschrift einzugeben, ist es nötig, dass es irgendwo eine Art „Schmierzettel“ gibt, auf dem der Zwischenstand der Bestellung vermerkt wird. Hier kommen also die Cookies ins Spiel.

Cookies sind die Schmierzettel des Internets Klick um zu Tweeten

Zu verstehen, wie das Ganze technisch abläuft, ist zum Verständnis, was Cookies tun, meiner Meinung nach nicht wirklich wichtig. Du kannst ja auch die Kupplung Deines Autos bedienen ohne im Detail zu wissen, was jenseits des Pedals und des Schalthebels genau passiert, oder? Falls Du es aber wirklich im Detail wissen willst, empfehle ich Dir diesen Artikel in der Wikipedia.

Wie Du Cookies steuern kannst

Moderne Browser, egal ob Firefox, Chrome, Opera, Safari und sogar Microsoft Edge (beziehungsweise der Internet Explorer) erlauben ihren Nutzern, den Umgang mit Cookies selbst festzulegen. Du entscheidest, ob Du

  • keine Cookies annimmst
  • nur Cookies des Servers der direkt aufgerufenen Seite annimmst (also keine Cookies von Drittservern – das wird bei Werbebannern so gemacht)
  • direkt bei jedem Cookie gefragt werden willst (mach das nicht, Du kommst nicht mehr zum Surfen, glaub mir!)
  • alle Cookies beim Schließen des Browsers löschst
  • bestimmt Cookies erlaubst oder
  • Cookies einfach ignorierst

Überlege Dir aber in jedem Fall gut, wofür Du Dich entscheidest. Wenn Du nämlich beispielsweise alle Cookies beim Schließen Deines Browsers löschst, kannst Du nicht auf so bequeme Möglichkeiten wie dem automatischen Login zum Beispiel auf Twitter und Facebook zurück greifen.

Aber sind Cookies nicht böse?

Immer wieder wird in den Medien gern vor Cookies gewarnt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass Cookies böse oder gefährlich sind, fast so schlimm wie Viren oder Trojaner. Das erzeugt in meinen Augen unnötig Angst.

Cookies sind per se genau so wenig böse wie ein Kochmesser. Aber auch mit einem Kochmesser kann man natürlich jemanden umbringen. 😉

Es gibt schließlich fast nichts in der Welt, was nicht irgendwie missbraucht werden könnte. Aber keine Sorge, ganz so schlimm kommt es nicht.

Verfolgung durch Tracking-Cookies

Besonders in Verruf geraten sind die sogenannten Tracking-Cookies, die bei Dir eben schon mal für den Eindruck sorgen, dass Du verfolgt wirst. Als ich mich im letzten Sommer für ein neues Auto interessiert habe, habe ich noch wochenlang (!) Werbung für die drei von mir in die engere Auswahl genommenenen Fahrzeuge gesehen – witzigerweise auch noch lange, nachdem ich schon das neue Auto hatte.

Und da siehst Du auch, wo die Grenzen liegen. Denn ob Du ein beworbenes Produkt schon gekauft hast oder nicht, dem kommen die Werbe-Tracking-Cookies bis jetzt noch nicht auf die Spur.

Gefährlich kann Dir das lediglich dann werden, wenn Du für Deine bessere Hälfte heimlich ein Geschenk suchst. Steht sie dann hinter Dir und schaut mit Dir auf dem Monitor, während Du beispielsweise auf Facebook unterwegs bist und dann wird ständig genau das potenzielle Geschenk eingeblendet wird – tja – dann ist Deine Überraschung dahin!

Also alles halb so wild?

Naja, nicht ganz. Wie schon erwähnt, es gibt nichts, das nicht auch für dunkle Zwecke missbraucht werden kann. Also auch die Cookies.

Zum einen kann man mit Cookies natürlich durchaus Profile über das Surfverhalten eines Benutzers erstellen. Selbst das muss noch nicht mal schlimm oder schlecht sein. Wer hat noch nicht tolle neue Bücher entdeckt, weil Amazon was Passendes empfiehlt?

Aber über Tracking-Cookies, die auch Pixel genannt werden, kann der Besuch auch von verschiedenen Servern übergreifend nachverfolgt werden. Für mich als Marketing-Mensch ist das eher ein Traum als etwas Gefährliches. Aber natürlich bin auch ich nicht blauäugig (obwohl ich blaue Augen habe 😉 ) und kann mir sehr wohl Szenarien vorstellen, bei denen das für den Nutzer nicht nur unangenehm, sondern auch gefährlich sein kann.

Einfach Vorsicht walten lassen

Insbesondere, wenn Du öffentliche Rechner nutzt, wie in Schulen, an der Uni oder in Internet-Cafés, solltest Du grundsätzlich alle Cookies vor dem Beenden des Browsers löschen. Am heimischen PC oder mit Deinem eigenen Smartphone musst Du nicht ganz so vorsichtig sein. Wichtig ist aber in meinen Augen zweierlei:

  1. dass Du als privater Nutzer um die möglichen Gefahren weißt und klug entscheidest, welche Cookies Du zulässt und welche nicht.
  2. dass Du als Solopreneurin aber auch um die technischen Möglichkeiten weißt, um selbst zu entscheiden, ob und wie Du Cookies einsetzen willst.

Denn jede WordPress-Seite setzt automatisch (harmlose) Sitzungs-Cookies bei den Besuchern Deiner Website. Auch der Facebook-Pixel ist letztlich nichts anderes, als ein Tracking-Cookie. Wenn Du die fantastischen Werbemöglichkeiten nutzen willst, die Facebook Dir hier bietet, solltest Du Dir darüber im Klaren sein.

Zur Rechtslage des Cookie-Hinweises auf Websites (EU-Cookie-Richtlinie)

Gerade über die immer häufiger zu sehenden Cookie-Hinweise auf den Websites ist das Thema Cookies derzeit ja auch im ständigen Bewusstsein. Aber muss man als Website-Betreiber diesen Hinweis eigentlich machen?

Nun, jetzt bin ich zwar kein Anwalt (hier also der obligatorische Hinweis, dass die nachfolgenden Infos selbstverständlich keine Rechtsberatung darstellen!) aber ich beschäftige mich natürlich im eigenen Interesse und im Interesse meiner Kunden ausführlich und regelmäßig mit diesem Thema. Hier also meine kurze Zusammenfassung für Dich:

  • die EU-Cookie-Richtlinie ist noch nicht in Deutschland in geltendes Recht umgewandelt
  • eigentlich reicht es, auf die Verwendung von Cookies in Deiner Datenschutzerklärung hinzuweisen
  • Du brauchst (noch) keine Einwilligung des Nutzers zum Beispiel über eine eingeblendete Leiste mit dem Cookie-Hinweis
  • nur, wenn Du Google Adsense verwendest, musst Du einen Hinweis auf die Google-Cookies anzeigen. Nicht, weil der Gesetzgeber es so will, sondern Google!

Wenn Du mehr wissen willst, lies Dir diesen aufschlussreichen Beitrag auf e-recht24.de dazu durch.

Mein Fazit zu Cookies

Ich halte es mit Cookies mit dem ganz alten Spruch, den jeder von uns schon als Kleinkind gelernt haben dürfte

Was Du nicht willst, was man Dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu.

Ich finde Cookies eher praktisch als gefährlich und lasse fast alle zu. Tracking-Cookies wie den Facebook-Pixel finde ich als Marketing-Spezialistin genial – denn so nerve ich nicht Menschen, die sich gar nicht für meine Angebote interessieren, sondern zeige sie nur denjenigen, die schon einen Bezug zu mir und Marketing-Zauber haben.

Ist Dir nun die Funktionsweise von Cookies klarer? Und wie stehst Du zu Cookies – einmal als privater Nutzer des Internets und einmal als Werbetreibender? Schreib mir gern einen Kommentar!

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein lokales Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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