Gesichter als Illustration zur Persona-Erstellung

Persona erstellen leicht gemacht

Eine Persona ist eine genaue Beschreibung eines Deiner Wunschkunden. Ein anderer, gern verwendeter Begriff für eine Persona ist auch ein Avatar. Persona finde ich aber treffender und »menschlicher« – bei Avatar muss ich immer an den gleichnamigen Film von James Cameron denken – meine Personas sind aber nicht blau. 😉

Mit einer Persona ist jedoch keine Zielgruppen-Beschreibung gemeint. Aber was ist dann eine Persona?

Als Du Dein Geschäft eröffnet oder Dein Dienstleistungsunternehmen gegründet hast, hast Du Dir Gedanken über Deine Zielgruppe gemacht. Wer soll bei Dir kaufen? Wen möchtest Du ansprechen?

Im Allgemeinen definiert man eine Zielgruppe sehr global. Das sah für den Blumenladen von Uta etwa so aus:

Meine Kunden kommen aus meiner Stadt und sind bereit, maximal fünfzehn bis zwanzig Minuten mit dem Auto zu mir zu fahren. Ich biete mehrere große Bereiche an: Schnittblumen, Topfblumen, Geschenkartikel sowie Grabpflege. Mein Angebot liegt preislich deutlich über dem Niveau der Gartencenter im Umkreis. Meine Kunden schätzen aber meine Beratung und die ausgefallenen Sträuße, die ich binde, sowie die exklusiven Geschenkartikel. Damit spreche ich eine etwas gehobene und an ungewöhnlichem Design interessierte Käuferschicht an. Das Alter meiner Kunden ist dabei egal.

Wozu braucht man dann noch eine Persona?

Das ist schon recht ausführlich, aber dennoch bleibt Deine Zielgruppe eine bunte Mischung von Menschen. Viele Unternehmerinnen haben schon vor einer so breiten Zielgruppenbeschreibung Angst und fürchten sich, nicht genug Kunden anzuziehen, wenn sie sich so »einschränken«. Doch das Gegenteil ist wahr. Je breiter Du Dich aufstellst, desto beliebiger wirst Du in Deiner Außenwirkung und Deinem Marketing. Bist Du aber beliebig, unterscheidest Du Dich nicht von anderen und bleibst nicht in Erinnerung.

Hast Du aber eine sehr detaillierte Zielgruppenbeschreibung, so weißt Du genau, wie Du diese Kunden ansprechen willst. Du willst nämlich gar nicht »jeden« ansprechen, sondern die Kunden, die zu Dir passen, für die zu arbeiten Dir Spaß macht, weil Du sie zu zufriedenen Kunden machen kannst.

Was ist eine Persona genau?

Eine Persona ist immer ein Ausschnitt aus einer größeren Zielgruppe. Wenn Du eine Persona erschaffst, so stellst Du Dir einen Menschen aus Fleisch und Blut vor. Kleiner Tipp: Wenn Du Lieblingskunden hast, dann nimm doch einfach die und schreibe so viel Du über sie weißt auf. So bekommt die »graue Masse« Deiner Zielgruppe plötzlich Gesichter – und Charakter.

In meinem Beitrag zur Erstellung eines Redaktionsplans habe ich letzte Woche darauf hingewiesen, dass Du möglichst vor dem Schreiben eines Blogbeitrags eine oder mehrere Personas entwickeln solltest. Wenn Du weiter liest, erfährst Du hier nun, warum das wichtig ist.

Warum können mehrere Personas sinnvoll sein?

Wenn Uta nun bloggen will, ist es für sie eine gute Idee, mehrere Personas zu erstellen.

Warum?

Weil sie dann eine ganz konkrete Vorstellung hat, für wen sie den einzelnen Blogartikel verfasst.

Schreibt unsere Floristin Uta beispielsweise einen Blogartikel über ausgefallene Tischdekoration zur Hochzeit, so könnte die Persona eine eher junge Frau um die Dreißig sein. Sie plant gerade ihre Hochzeit und ist auf der Suche nach originellen Ideen.

Verfasst Uta aber einen Blogartikel verfasst, in dem sie beschreibt, wie sie die Grabpflege für ihre Kunden organisiert, worauf sie achtet, welche Leistungen sie im Detail anbietet, dann hat sie als Leserin vielleicht eine ältere Dame Ende sechzig vor Augen.

Uta wird automatisch ihre Ansprache im Text anpassen. und das ist genau das, was Du auch willst. Wenn Du für jedermann schreibst, wirst Du schnell unpersönlich und sprichst Deine Leser gar nicht mehr direkt an. Schnell schreibst Du dann »man« und redest auch den Leser nicht mehr individuell sondern in der Mehrzahl an, mit »Ihr« oder »Sie«.

Genau das willst Du aber nicht. Jede Leserin, jeder Leser sollte das Gefühl haben, dass Du nur für sie oder ihn schreibst.Dadurch kannst Du eine Beziehung zu Deinen Lesern aufbauen und sie wirklich überzeugen, Dich auch mal persönlich in Deinem Geschäft aufzusuchen oder Dich anzurufen. Haben Deine Leser schon einige Artikel von Dir gelesen, bekommen sie das Gefühl, Dich schon zu kennen. Und ich muss Dir nicht extra erklären, dass jeder doch viel lieber dort einkauft, wo er oder sie bekannt ist – oder?!

Jeder Leser sollte das Gefühl haben, dass Du nur für ihn schreibst! #bloggen Klick um zu Tweeten

Rollenspieler sind im Vorteil

Hast Du früher auch Rollenspiele gespielt? Ich meine die »pen and paper« Rollenspiele, meist aus dem Fantasy-Bereich, wie »Das Schwarze Auge« aus Deutschland oder »Dungeons & Dragons« aus Amerika.

Meine Freunde und ich haben diese Rollenspiele geliebt und als Schüler und Studenten ganze Wochenenden in den Fantasiewelten verbracht, die wir uns gemeinsam ausgedacht und immer weiter ausgebaut haben. Manchmal spielen wir sogar heute noch.

Falls Du diese Spiele nicht gespielt hast oder gar nicht kennst, wirst Du Dich vielleicht fragen, warum ich Dir davon jetzt erzähle.

Als Rollenspieler schlüpfst Du in eine Rolle, ähnlich wie ein Schauspieler, nur dass Du Dich nicht verkleidest und auch auf keiner Bühne stehst oder vor einer Kamera. Alleine durch Reden (und manchmal viel Würfeln) entsteht die Handlung in den Köpfen der Spieler.

Vor dem Spiel steht allerdings die Erschaffung der Figur. Dazu gibt es sogenannte Charakterbögen, auf denen dann neben dem Namen, der Rasse (Mensch, Elf, Zwerg und so weiter) auch viele Charaktereigenschaften und Fähigkeiten mit ihren Würfelwerten vermerkt werden.

Immer, wenn ich heute eine Persona erschaffe, muss ich daran denken und bediene mich eines solchen Charakterbogens. Natürlich trage ich jetzt keine Würfelwerte mehr ein, aber der Prozess ist ganz ähnlich.

Welche Schritte unternimmt man zur Persona-Erstellung?

Du kannst natürlich im Internet nach Persona-Erstellung oder auch nach Avatar-Erstellung googlen. Da findest Du viele Links, die die Hintergründe für eine Persona-Erstellung beschreiben und auch oft Leitfragen mitliefern. Doch nicht immer sind diese Informationen auch für kleine lokale Unternehmen hilfreich.

Darum hier meine Checkliste in Kürze, die sich auch in dieser Form in meinem Redaktionsplan zum Download wiederfindet:

  • Gib Deiner Persona einen Namen
  • Hat Deine Persona ein Motto, das sie charakterisiert? Dann schreibe es auf.
  • Wie alt ist Deine Persona?
  • Welches Geschlecht hat sie?
  • Wo wohnt Deine Persona?
  • Welchen Job und welche Position hat sie inne?
  • Wie ist der Tagesablauf Deiner Persona?
  • Welchen Lebensstil pflegt sie?
  • Was sind ihre Interessen und Freizeitbeschäftigungen?
  • Welche Erfahrung hat sie mit Deinem Produkt oder Deiner Dienstleistung?
  • Was mag Deine Persona besonders gerne?
  • Was kann sie gar nicht leiden?
  • Wo und wie informiert sie sich?
  • Welche Informationen sind ihr wichtig?

Wenn Du diese Fragen abgearbeitet hast, weißt Du schon viel besser, für wen Du eigentlich schreibst.

Bist Du neugierig auf meinen Persona-Charakterbogen? Dann lade ihn Dir doch einfach herunter. Zusätzlich erhältst Du einen ausgefüllten Musterbogen, damit es Dir leichter fällt anzufangen. Wie immer freue ich mich über Deine Rückmeldung. War Dir dieser Artikel hilfreich? Hast Du meinen Persona-Charakterbogen heruntergeladen und hat er Dir bei Deiner Persona-Erschaffung geholfen? Dann schreibe mir doch einfach einen Kommentar!

Persona-Charakterbogen herunterladen

 

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein lokales Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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