Mindmaps und Kaffeetasse

Mindmaps für die Blogartikel-Erstellung

Mindmaps nutze ich für die Blogartikel-Erstellung schon seit vielen Jahren. Zum Brainstorming, zum Planen und zur Strukturierung eines Blogartikels sind Mindmaps zumindest für mich ein optimales Werkzeug. Weil sie so einfach zu erstellen, so unkompliziert und so flexibel sind. Du brauchst nicht mehr als ein Blatt Papier und einen Stift und los geht’s. Mindmaps kannst Du an jedem Ort erstellen – und darum hast Du eigentlich keine Ausrede, eine Idee für einen Blogartikel, die über den bloßen Titel hinaus geht, nicht sofort umzusetzen.

Der Anlass für diesen Blogbeitrag über Mindmaps

Am 24. und 25. März 2017 war ich auf dem InspirationCamp in Hamburg. Ich liebe BarCamps und wäre schon im vergangenen Jahr gern dabei gewesen, habe aber immer viel zu spät zu buchen versucht. Dieses Mal hat es also geklappt.

Traditionell trägt jeder Teilnehmer etwas zu einem BarCamp bei. Das können „Sessions“ sein, aber auch manchmal einfach nur, dass man beim Aufräumen hilft oder später einen Blogbeitrag über das BarCamp schreibt. 🙂

Die Organisatorinnen Marit Alke und Katrin Linzbach haben direkt im Anschluss zu einer Blogparade über das InspirationCamp aufgerufen, und mit diesem Beitrag nehme ich gerne daran teil.

Auf BarCamps wie dem InspiCamp in Hamburg haben viele Menschen ein Luxusproblem: Es finden so viele spannende Sessions parallel statt, dass man sich kaum entscheiden kann. Deshalb passiert es aber auch schon mal, dass ein besonders attraktives Thema fast alle Teilnehmer anzieht und die anderen dann mit nur sehr wenigen Teilnehmern oder gar nicht stattfinden.

So war es auch mit meiner Session am Samstagnachmittag. Zu meinem Thema „Mindmaps für die Blogartikel-Erstellung“ waren nur zwei Teilnehmer erschienen – und weil wir alle drei gern zu einer weiteren Session wollten, habe ich meinen Inhalt nur im Schnelldurchgang vermittelt.

Eigentlich viel zu schade, fand ich.

Was lag also näher, als meinen Inhalt zu verbloggen?

Die Mindmap für meine Session hatte ich direkt in der Mittagspause auf dem Barcamp schnell erstellt – denn was liegt näher, als das Thema Mindmaps gleich mit einer Mindmap zu erklären?!

Die frisch in der Mittagspause erstellte Mindmap zu meiner Session und diesem Blogbeitrag

Los geht’s!

Kurz zu den Grundlagen des Mindmappings für Blogartikel

Mindmapping ist jetzt nicht mehr so neu, trotzdem treffe ich immer noch auf genug Menschen, die die Technik nicht kennen oder nur davon gehört, aber sie noch nie ausprobiert haben. Darum hier zur Einleitung schnell die wichtigsten Punkte:

Ein möglichst großes Blatt Papier

Nimm Dir ein A4 Blatt oder größer und lege es quer vor Dich. In die Mitte des Blattes schreibst Du das Thema Deines Blogartikels. Zunächst reicht ein Arbeitstitel. Halte Dich hier nicht lange auf. Das Thema kannst Du traditionell umkreisen oder sonst nach Deinem Geschmack zum Beispiel auch farblich hervorheben. Man sagt, je kreativer Du Deine Mindmap gestaltest, desto besser funktioniert sie.

Äste im Uhrzeigersinn einfügen

Ziehe einen Strich von Deinem Thema in der Mitte des Blattes in Richtung rechte obere Ecke des Blattes. Dies ist Dein erster Hauptast. Eine Mindmap kann aus vielen oder auch aus wenigen Ästen bestehen. Meinen ersten Hauptast für die Session und auch für diesen Blogbeitrag habe ich mit dem Wort „Grundlagen“ beschriftet.

Wie Du nun weiter vorgehst, bleibt Dir überlassen. Ob Du nun den ersten Hauptast gleich mit Unterästen (Unterpunkten) versiehst oder erst die grobe Gliederung bestehend aus den Hauptästen erstellst, hängt auch bei mir vom Thema und Lust und Laune ab.

Wichtig ist, dass Du zwischen den einzelnen Ästen immer viel Platz lässt, so dass Du später noch weitere Äste einfügen kannst. Bewege Dich beim Erstellen der Hauptäste im Uhrzeigersinn um Dein Thema in der Mitte herum. Unteräste (Verzweigungen) füge ich unterhalb der Hauptäste ein.

Werde bei Deinen Hauptästen auch mit der Beschriftung nicht zu detailliert. Und löse Dich von dem Gedanken, etwas richtig oder falsch zu machen. Die Mindmap muss für Dich funktionieren, für niemand anderen!

Hauptäste entsprechen der Unterüberschrift H2

Kommen wir nun zum Blogartikel schreiben. Die Hauptäste, die Du gerade erstellt und beschriftet hast, entsprechen den Unterüberschriften 2. Ordnung, also H2 in HTML oder „Überschrift2“ in WordPress. Die davon abgehenden Unter- oder Nebenäste sind die H3 beziehungsweise, falls Du noch detaillierter geworden bist, den H4 Überschriften. Das ist schon das Grundprinzip. Der eigentliche Blogtext hat nichts auf Deiner Mindmap zu suchen, dafür wäre auch gar kein Platz.

Wenn Du bei der Bearbeitung merkst, dass Du Deine Hauptäste nicht ganz in der richtigen (logischen) Reihenfolge für Deinen Blogartikel erstellt hast, kannst Du auch mit Zahlen an den Hauptästen die Reihenfolge neu bestimmen. Eine Mindmap darf auch gern etwas „kreativ-chaotisch“ aussehen, solange Du die Übersicht behältst. Vielleicht stellst Du während des Bearbeitens oder auch später beim Schreiben fest, dass es Bezüge zwischen weiter entfernten Ästen gibt. Stelle da gern den Bezug mit Linien in gestrichelter oder gepunkteter Form oder mit hellen Farben (Textmarker) her.

Fällt Dir auf, dass ein Ast (egal ob Haupt- oder Nebenast) ein zu „großes“ Thema darstellt, kannst Du diesen auch markieren und für einen separaten späteren Artikel vorsehen.

Mein „Blogbuch“

Anfangs habe ich die Mindmaps für meine Blogartikel auf einfachem Kopierpapier auf einzelnen Zetteln erstellt. Mit der Zeit kam da eine ziemliche Sammlung zusammen und ich habe mich geärgert, dass ich die überall wiederfand, aber nicht, wenn ich eine bestimmte Mindmap gesucht habe. Abhilfe schaffte natürlich das Abheften in ein Ringbuch. Als ich dabei war, kam mir aber gleich eine bessere Idee: Mein „Blogbuch“. Dafür habe ich mir ein spiralgebundenes A4 Notizbuch genommen, in das ich nun direkt meine Mindmaps gestalte. So ist alles schön in richtiger Reihenfolge an einem Ort. Ich habe das Blogbuch auch schon einmal hier vorgestellt, und zwar im Artikel Mein redaktioneller Workflow, der vielleicht auch für Dich interessant zu lesen ist.

Mein spiralgebundenes Blogbuch

Vorteile von Mindmaps für das Schreiben von Blogartikeln

Das Verfahren ist sehr flexibel und spricht die Kreativität an. Eine Mindmap zeigt Dir alle Deine Gedanken zu einem Thema auf einen Blick und Du siehst sofort, ob etwas fehlt und ob Du etwas ergänzen musst. Wenn ein Hauptast zu viele Unteräste hat, kann das auch bedeuten, dass Du dafür besser einen eigenen Blogartikel reservierst.

Details und Zusammenhänge lassen sich sehr übersichtlich darstellen und Du erkennst schnell selbst, ob Du Dein Thema umfassend behandeln wirst und genug in die Tiefe gehst – etwas, das Google mit höherem Ranking belohnt!

Auch wenn Du während des Schreibens Deines Blogartikels merkst, dass noch ein Aspekt fehlt, so kannst Du diesen immer noch nachträglich in Deine Mindmap an passender Stelle einfügen. Als ich die Mindmap zur Session erstellt habe, habe ich nicht daran gedacht, über mein „Blogbuch“ zu sprechen – das fiel mir erst bei der Durchsicht der Mindmap für die Erstellung dieses Artikels ein – und so habe ich das Thema als eigenen Ast nachträglich eingefügt.

Nachteile gibt es vielleicht auch

Wenn Du noch nie mit Mindmaps gearbeitet hast, mag Dir dieses Verfahren ungewohnt und unhandlich erscheinen. So einfach das Mindmapping ist, man muss es tatsächlich trotzdem ein wenig üben. Wenn Du ihm aber eine Chance gibst, wird das Verfahren schnell in Deinen Methodenschatz eingehen.

Gerade anfangs kann es sein, dass Du Sorge hast, dass Deine Mindmap noch nicht „fertig“ ist, dass da zu wenig auf dem Blatt steht und dann kein guter Blogartikel daraus werden kann. Meine Erfahrung ist aber eine ganz andere: Du machst die Mindmap ja nicht um ihrer selbst Willen, sondern als Struktur für Deinen eigentlichen Artikel. Im angelsächsischen Sprachraum nennt man die Strukturierung auch Outline, was den Zweck meiner Meinung nach sehr schön beschreibt. Auch mit nur zwei oder drei Hauptästen kann Deine Mindmap Grundlage für einen umfassenden Blogartikel sein.

Und auch mit Mindmaps kann man sich ganz schön verzetteln, nämlich dann, wenn Du meinst, das ganze Blatt füllen zu müssen.

Fazit zum Bloggen mit Mindmaps

Dieses Werkzeug als Hilfe zum Brainstorming und zum Strukturieren Deiner Blogartikel ist einfach, flexibel, kostengünstig und kreativ. Mehr als ein Blatt Papier und einen Stift braucht es nicht und es ist von jedermann schnell und intuitiv zu lernen. Nach spätestens drei, vier Blogartikeln wirst Du Dich fragen, warum Du nie anders Deine Blogartikel vorbereitet hast und Du wirst begeistert sein, dass Schreibblockaden fast gar nicht mehr auftreten.

Abschließend noch zwei Worte zum analogen und digitalen Mindmapping. Wenn Du hier schon eine Weile mit liest weißt Du, dass ich ein großer Fan von „Tools“ bin, also digitalen Werkzeugen, die mir die tägliche Arbeit erleichtern. Ja, es gibt auch tolle Mindmap-Software und ich besitze die auch, aber für den gerade beschriebenen Zweck verwende ich sie nicht. Ich nutze mein Lieblings-Mindmap-Programm XMind nur, um Mindmaps für Vorträge „chic“ zu machen, so dass ich sie in eine Präsentation einbauen und für jedermann sichtbar per Beamer gut präsentieren kann. Für den kreativen Prozess selbst funktioniert die Software (trotz eines „Brainstorming-Modus“) ausnahmsweise mal nicht. Aber probiere es doch selbst einmal aus: Eine gute kostenfreie Mindmap-Lösung ist Freemind, wenn Du etwas Geld in die Hand nehmen willst, ist XMind meine beste Empfehlung (Preis-Leistungs-Verhältnis und Optik). Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche browserbasierte Lösungen wie Mindmeister oder Bubbl.us, die teilweise aber auch nicht ganz billig sind.

Hast Du schon Erfahrungen mit Mindmaps? Wirst Du meine Methode mit Mindmaps zum Planen und Strukturieren eines Blogartikels mal ausprobieren? Oder wie strukturierst Du Deine Blogartikel vor? Schreib mir gern einen Kommentar! Ich freu mich drauf!

Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein lokales Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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