Werkzeuge

Flyer selbst gestalten – die besten Programme

Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen geht zurück zu meinem allerersten Urlaub. Ich war “Zweieinviertel” und meine Eltern sind mit mir nach Rimini in Italien gefahren. Das Traumziel in den 1960er Jahren.

Wie jedes Kind damals war ich mit Eimer, Schäufelchen und Harke ausgestattet. Ich erinnere mich tatsächlich noch daran, wie ich versuchte, eine “Burg” mit meiner grünen Harke zu bauen. Wie Du Dir denken kannst, ging das gründlich daneben. Mein Vater konnte es dann wohl nicht länger mit ansehen und drückte mir die rote kleine Schaufel in die Hand. Das war besser. Viel besser!

Birgit in Rimini

Birgit in Rimini 1968

Einen Hammer nutzt man nicht zum Sägen. Falsche Werkzeuge können Dir das Leben sehr, sehr schwer machen. Doch aus der Not oder aus Unwissenheit heraus nutzt Du vielleicht Programme, die für Deinen Einsatzzweck gar nicht gedacht sind.

Hast Du schon einmal versucht, mit Word einen Flyer zu erstellen? Obwohl das “geht”, rate ich Dir dringend davon ab. Du verlierst viel zu viel Zeit mit der Positionierung der einzelnen Elemente. Das liegt daran, dass Word ein zeilenorientiertes Programm ist und nicht wirklich dafür gedacht, einzelne Elemente frei auf einer Seite zu platzieren.

Viele versuchen es mit Powerpoint. Das ist schon etwas besser geeignet, aber immer noch umständlich. Ich habe schon tolle Broschüren gesehen, die mit Powerpoint erstellt worden sind, aber der Wow-Effekt kam daher, dass ein ausgebildeter Grafikdesigner dieses Werkzeug genutzt hat. Ein echter Künstler kann auch mit einem einfachen HB-Bleistift auf Kopierpapier ein Kunstwerk schaffen. Der ungeübte Mensch kann es nicht. Und noch toller wird das Werk des Künstlers, wenn er die ganze Bandbreite von Bleistift-Härtegraden auf hochwertigem Papier nutzen kann.

Ich bin also der Überzeugung, dass Du immer mit dem besten Werkzeug, das Du Dir leisten kannst, arbeiten solltest.

Aber ich weiß auch, dass es Gründe gibt, sich nach low cost oder no cost Alternativen umsehen zu müssen. Sei es, weil das eigene Budget gerade sehr begrenzt ist und Du per Bootstrapping Dein Unternehmen hochziehen musst. Sei es, weil Du erst mal nur testen möchtest, ob Dir das Erstellen eines Flyers auch wirklich liegt. Oder sei es, weil Du weißt, dass Du die Software so selten einsetzen wirst, dass die Anschaffungskosten für die Software die Kosten für einen Grafiker, den Du beauftragst, bei weitem übersteigen.

In diesem Beitrag geht es also um die Werkzeuge, die Du zur Gestaltung von Drucksachen benötigst.

Was Du zur Gestaltung von Drucksachen brauchst

Du benötigst mindestens drei, maximal vier Programme, um einen Flyer druckfertig vorzubereiten.

1. Bildbearbeitung

Ohne Bilder ist ein Flyer nur halb so schön. Die Fotos und Grafiken, die Du verwendest, solltest Du aber nicht unbearbeitet verwenden. Oft ist es klug, nur Ausschnitte eines Fotos einzufügen.

2. Vektorprogramm

Wenn Du in Deinem Flyer Schaubilder oder Grafiken verwenden willst, kannst Du das mit dem Bildbearbeitungsprogramm machen. Einfacher ist es aber in der Regel mit einem Vektorprogramm. Liegt eine Grafik in einem Vektorformat vor, so kannst Du sie beliebig skalieren, ohne dass es zu der gefürchteten Treppchenbildung bei Vergrößerungen kommt. Daher ist ein Vektorprogramm besonders für die Erstellung von Logos geeignet.

3. Layout-Programm

Auch Satzprogramm genannt. Layout-Programme ermöglichen es Dir, alle Elemente frei auf der Seite anzuordnen und sich sogar überlappen zu lassen.

4. PDF-Programm

Um Deinen Flyer drucken zu lassen, brauchst Du auch ein PDF-Programm. Das PDF muss bestimmte Anforderungen erfüllen, damit eine Druckerei es korrekt und farbecht drucken kann.

Flyer selbst gestalten mit Programmen der Premiumklasse

Alle diese Aufgaben erfüllen die Premium-Programme des Platzhirschen Adobe. Wahrscheinlich am geläufigsten ist Dir Adobe Photoshop, das Programm zur Foto- und Bildbearbeitung. Das Vektorprogramm von Adobe heißt Illustrator, das Layout Programm InDesign und das PDF-Programm Acrobat. Früher konnte man die Programme einzeln oder im Paket kaufen und dann so lange nutzen, wie man wollte. Sie waren teuer (Photoshop allein schlug schon mit rund 1000 Euro zu Buche), aber wenn man nicht unbedingt die neueste Software haben wollte, konnte man relativ lange damit auskommen. Inzwischen bietet Adobe die Programme nur noch auf einer Mietbasis an. Adobe Photoshop alleine kostet aktuell 23,79 € brutto pro Monat, die Creative Suite, die alle genannten Programme (und noch einige mehr) umfasst, monatlich knapp unter 60 Euro. Wenn Du Dir das leisten kannst, ist das meine Top-Empfehlung. Die Software wird regelmäßig aktualisiert, Du bist immer auf dem neuesten Stand und alle Komponenten spielen perfekt zusammen. Ich arbeite seit vielen Jahren sehr gerne mit diesen Programmen.

Flyer selbst gestalten mit Programmen der mittleren Preisklasse

Die Premium-Klasse und auch die mittlere Preisklasse lohnen sich nur, wenn Du sie auch regelmäßig nutzt. Ansonsten ist es nämlich günstiger, einen Grafiker mit Deinem Flyer zu beauftragen. Im mittleren Preisbereich hat sich die Corel Draw Graphics Suite (derzeit Version X8 für 699 €) etabliert. Ich kenne einige Grafiker, die sich bei der Erwähnung des Namens Corel angeekelt abwenden. Doch die Software ist besser als ihr Ruf und hat nicht umsonst eine große Fan-Gemeinde. Vorsicht beim Erwerb der oft sehr kostengünstigen älteren Versionen. Ihr Einsatz ist für gewerbliche Zwecke nicht erlaubt.

Software zur Flyer-Gestaltung: Untere Preisklasse

Doch auch für sehr viel kleineres Geld bekommt man brauchbare Software. Mit den Programmen von Serif (PagePlus und DrawPlus X8 bekommst Du derzeit für je 109,99 €, PhotoPlus X8 für 94,99€)  ein Software an die Hand, mit der Du alle Arbeiten, die zur Erstellung eines Flyers erforderlich sind, ausführen kannst. In PagePlus ist der erforderliche PDF-Export sogar eingebaut. Es gibt auch noch andere Software in diesem Preissegment, aber Serif habe ich vor einiger Zeit einmal getestet und fand es durchaus brauchbar. Tipp: Wenn Du das erste Mal auf die Verkaufsseite gehst und den Kauf nicht abschließst, wird Dir die Software mit einem kräftigen Rabatt angeboten.

Es geht auch noch billiger: No Cost

Es geht sogar noch billiger! Wenn Du gar kein Geld ausgeben kannst oder willst, gibt es ebenfalls Lösungen. Diese sind nicht aus einem Guss und die Handhabung ist manchmal etwas gewöhnungsbedürftig – aber es geht! Jedenfalls viel besser, als wenn Du mit Word oder Powerpoint herumhampelst.

Als Bildbearbeitungsprogramm empfehle ich Dir das Programm Paint.NET. Die Namensähnlichkeit zu dem unsäglichen Windowsprogramm Paint, das noch heute mit Windows 10 ausgeliefert wird, ist beabsichtigt. Doch Paint.NET kann im Gegensatz zu Paint fast alles, was Photoshop auch kann.

Um Vektorillustrationen zu erzeugen, gibt es das OpenSource Programm Inkscape. Als Layoutprogramm steht Scribus bereit. Und selbst zur Erzeugung von PDF-Dateien gibt es eine (in der Basisversion) kostenfreie Software namens PDFCreator, die alles kann, was Du für die Druckaufbereitung benötigst.

Fast alle vorgestellten Programme, um Deine Flyer selbst zu gestalten, sind übrigens sowohl für Windows als auch Mac verfügbar, teilweise sogar für Linux!

Webbasierte Software zur Gestaltung von Flyern und anderen Drucksachen

Die bisher vorgestellten Programme musst Du auf Deinem PC (oder Mac) installieren. Es gibt mittlerweile aber auch Software, die direkt ohne Installation in Deinem Browser läuft. Die Programme sind nicht unbedingt komplett kostenlos, aber moderat bepreist. Vielleicht schaust Du Dir diese einmal an. Entweder haben sie eine kostenfreie Testphase oder sie sind komplett umsonst. Allerdings sind sie auch nur auf Englisch verfügbar.

Als Bildbearbeitung schau Dir mal Photoshop.com oder PicMonkey an. Als Layout- und Vektorprogramm Vectr und für die PDF-Erzeugung PDF24.org.

Zusammenfassung

Es gibt tatsächlich Programme für jeden Geldbeutel. Doch eines solltest Du wissen: Alle Programme funktionieren ein klein wenig anders – und in alle musst Du Dich einarbeiten. Die Lernkurve ist mitunter recht steil – und nur, weil Du vielleicht sicher mit Office-Programmen umgehen kannst, bedeutet das nicht, dass sich diese Programme genau so bedienen lassen. Selbst wenn Du ihre Bedienung beherrschst, bedeutet das außerdem nicht, dass dabei automatisch ein professionell aussehender Flyer heraus kommt. „Das macht alles der Computer!“ ist leider Wunschdenken. Aber Du hast damit alle Werkzeuge in der Hand, mit denen Du ein professionelles Druckprodukt vorbereiten kannst.

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Über den Autor Birgit Schultz

Mein Name ist Birgit Schultz und ich bin Marketing-Beraterin und Social Media Expertin. Seit 1993 bin ich im Marketing tätig und seit 2003 selbstständige Marketing-Beraterin. Mein persönliches Motto lautet, "Wissen wird mehr, wenn man es teilt". Auf Marketing-Zauber zeige ich Dir, wie Du Dein lokales Unternehmen sowohl im Internet als auch im "echten Leben" bekannter machen kannst, um mehr Kunden zu gewinnen.

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